Leuchttürme und Seefahrerkinder – Familien durch Lebensstürme begleiten, wenn ein Kind früh stirbt

1. Teil: Orientierung in stürmischen Zeiten
Der frühe Tod eines Kindes oder das (Mit-)Erleben zutiefst herausfordernder Situationen sind für Eltern und Geschwisterkinder Erfahrungen, die Grenzen berühren. Im Spannungsfeld zwischen Trauer und Trauma können verlorene Sicherheit, das Infragestellen des eigenen Weltverständnisses, sich aufdrängende Erinnerungen und schwierige Fragen Familien in ungewohnte und herausfordernde Situationen bringen. Eltern sind dabei oft nicht nur mit der eigenen Verarbeitung beschäftigt, sondern gleichzeitig gefordert, ihre Kinder zu unterstützen.
Wie lassen sich in der ersten Zeit nach hochbelastenden Lebensereignissen haltgebende Trittsteine für betroffene Familien legen? Was brauchen Geschwisterkinder, und worin unterscheidet sich ihre Verarbeitung von den erwachsenen Bezugspersonen?
Das Online-Abendforum gibt aus systemischer und bindungsorientierter Perspektive konkrete hilfreiche Anregungen, um Bezugspersonen und Geschwisterkinder in Beratung und Begleitung wirkungsvoll zu unterstützen. Bewährte Strategien aus der Krisenbegleitung und hilfreiches Handwerkszeug sollen vermittelt und konkret erprobt werden.
2. Teil: Hilfreiche Strategien in der Krisenbegleitung von Eltern und Geschwisterkindern
Im zweiten Teil des Online-Abendforums steht die praktische Begleitung von Familien nach dem frühen Tod eines Kindes im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhalten konkrete Anregungen, wie sie Kindsverlusteltern unterstützen können. Dabei soll insbesondere der Rollenkonflikt zwischen eigener Belastung und Trauer einerseits und zugleich notwendiger Stabilität für Geschwisterkinder in den Blick genommen und im Kontext von Unterstützungsansätzen diskutiert werden. Altersgerechte Sprache, Alltagsorientierung, wiederkehrende Fragen, starke Gefühle und Stressreaktionen werden thematisiert; bewährte Strategien zur Förderung von Sicherheit und Verbindung in der Familie werden vorgestellt und erprobt.
Der Fokus liegt dabei darauf, Familien nicht mit fertigen Lösungen zu überfordern, sondern haltgebende Trittsteine anzubieten, die ihnen in ihrer je eigenen Situation Halt, Selbstwirksamkeit und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Format
Das Online-Abendforum richtet sich an Fachleute, die betroffene Eltern und Angehörige nach dem frühen Tod eines Kindes begleiten. Im Fokus steht jeweils ein Fachthema mit Referat und Raum für Erfahrungsaustausch.
Ziele
Angesprochen sind Fachpersonen, die Kindsverlusteltern beraten und begleiten. Vor dem Hintergrund aktueller Forschung und praktischer Erfahrung im Feld der Krisenintervention und Akutstabilisierung belasteter Familien, sollen Wissen und handlungsleitende Strategien zur Unterstützung vermittelt werden. Dabei geht der bindungsorientierte Blick sowohl auf „Große“ als auch „Kleine“, damit Familien gemeinsam ihren Weg durch herausfordernde Lebensstürme finden.
Inhalt
- Bedeutung des akuten Belastungsgrads für Strategien
der Gesprächsführung und Begleitung - Aktueller Forschungsstand zu Folgen und Verarbeitungsverläufen nach hochbelastenden Lebenserfahrungen – Hinweise auf risikobehaftete Verarbeitung
- Systemisch-bindungsorientierte Zugänge mit Blick auf Geschwisterkinder
- Konkrete Unterstützungsansätze der Akutstabilisierung und Beratung auf körperlicher, emotionaler und kognitiver Ebene
- Interventionen zur Beratung im Kontext von Schuld- und Schamerleben
Arbeitsmethoden
- Theoretische Inputs
- Fallbeispiele
- Übungen
- Reflexion und Austausch in Kleingruppen
Zielgruppe
Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen, Berater:innen, Hebammen, Gynäkolog:innen, Kinderärzt:innen, Pflegefachpersonen, Doulas, Trauerbegleiter:innen, Mütter- und Väterberater:innen, Seelsorger:innen, Bestatter:innen und weitere Interessierte.
Dozierende
Tita Kern, Psychotraumatologin MSc, Systemische Familientherapeutin, Traumatherapeutin
Simon Finkeldei, Diplompsychologe, Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie, Traumatherapeut
Gemeinsame Leitung der KinderKrisenIntervention der AETAS Kinderstiftung, München
Datum / Ort
28. April & 09. Juni 2027 (kann nur gemeinsam gebucht werden)
18:00 – 20:30 Uhr
online über Zoom (genaue Angaben folgen mit der Anmeldebestätigung)
Kosten
Für Mitglieder: CHF 220.-
Für Nichtmitglieder: CHF 320.-
Anzahl Teilnehmende
12 bis 25 Personen
Anmeldeschluss
28. März 2027
Credits
SHV e-log zertifizierte Tagesfortbildung / 5 e-log Punkte
5 Credits der SGGG
Weitere Zertifizierungen und Credits auf Anfrage.
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