Der frühe Tod eines Kindes stellt Eltern vor eine kaum fassbare Realität. Marianne Schwander widmet sich in ihrem Buch «Wenn Kinder sterben und Eltern ihre Kinder verlieren» genau diesem Thema – mit fundiertem Wissen, interdisziplinären Perspektiven und viel Respekt vor der Erfahrung der Betroffenen.
Im Mittelpunkt des Buchs steht das Kind: Was wissen Kinder über den Tod – je nach Alter und Entwicklung? Wie erleben sie den eigenen Sterbeprozess? Wie kann mit ihnen gesprochen werden? Auch das Recht auf Mitbestimmung sterbender Kinder wird thematisiert.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die Eltern. Thematisiert werden Entscheidungsfindung in medizinisch-ethischen Fragen, die Trauerprozesse von Müttern, Vätern und Geschwistern sowie die Bedeutung von Abschied und Ritualen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem frühen Tod – Fehlgeburten, Totgeburten oder der Verlust in den ersten Lebenstagen – und der Rolle von Fachpersonen, auch in Krisensituationen. Die Fachstelle kindsverlust.ch kommt im Buch ebenfalls zu Wort. Sie zeigt auf, was betroffene Familien brauchen, was hilfreich ist – und was nicht. Zentral ist die Haltung, den betroffenen Eltern zuzumuten, dass sie diese Extremsituation selbstbestimmt bewältigen können. Dazu gehört auch eine Sprache, die das Geschehene klar und respektvoll benennt – etwa vom «verstorbenen Kind» zu sprechen statt von «Sternenkindern».
Beitrag „Kapitel 7.3 Zur besonderen Problematik des frühen Todes von Kindern“ hier lesen
Der dritte Teil gibt Einblick in die Grundlagen der Pädiatrischen Palliative Care und stellt das allani Kinderhospiz in Bern vor – das erste Kinderhospiz der Schweiz.
Das Buch ist eine wertvolle Ressource – für Fachpersonen, die betroffene Familien begleiten, ebenso wie für trauernde Eltern selbst. Es macht Mut, hinschauen, begleiten und verstehen zu lernen – auch wenn das Thema schwer wiegt.
Marianne Schwander: Wenn Kinder sterben und Eltern ihre Kinder verlieren. Grundlagen und Antworten für Eltern, Angehörige und Fachpersonen. ISBN 978-3-258-08433-6

