«Ich wollte doch grosser Bruder sein!» – familiäre Unterstützung bei Kindsverlust. Fachartikel Obstetrica 4/2025
Wenn ein Kind in der Schwangerschaft oder rund um die Geburt stirbt, trifft es neben den Eltern oft auch Geschwisterkinder. Sie sind mitbetroffen – auch wenn sie manchmal kaum gesehen werden.
Kinder trauern anders als Erwachsene. Ihre Gefühle sind oft weniger klar benennbar, ihre Reaktionen schwerer einzuordnen. Was sie brauchen, sind Sicherheit, Verlässlichkeit und das Gefühl, nicht allein zu sein. Doch gerade nach einem Kindsverlust stehen viele Eltern selbst unter grossem emotionalem Druck – und können oft nur begrenzt für andere da sein.
Ein aktueller Artikel von Susanna Rinne-Wolf und Tita Kern (AETAS Kinderstiftung), der in Zusammenarbeit mit kindsverlust.ch entstanden ist, zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, dass Erwachsene zunächst selbst Stabilität finden. Erst wer innerlich gestützt ist, kann ein verlässlicher «Leuchtturm» für die Kinder sein – mit klaren Rollen, gelebten Routinen und einem offenen Ohr für Fragen und Gefühle. Es geht nicht darum, alles richtig zu machen, sondern präsent zu sein, zuzuhören und auszuhalten.
Der Artikel bietet konkrete Anregungen, wie Familien in der Krise gestärkt werden können – und wie Hebammen als vertraute Begleiterinnen Eltern und Geschwisterkinder dabei unterstützen können, mit dem frühen Tod eines Kindes umzugehen.
Erleben Sie eine der Autorinnen, Tita Kern, an unserer Fachtagung vom 30. Oktober 2025 zusammen mit Simon Finkeldei in ihrem Referat «Leuchttürme und Seefahrende – Familien in Lebensstürmen begleiten» und besuchen Sie ihren Workshop «Hilfreiche Strategien in der Krisenbegleitung von Eltern und Geschwisterkindern».



